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Lüftung

Nicht nur die Energieeinsparung und der Schutz des Gebäudes vor Feuchteeintrag im Mauerwerk, sondern auch die Schalldämmung sprechen dafür, Außenbauteile wie Dach, Außenwände oder Fenster weitgehend dicht auszuführen.
Die Feuchtigkeitsabgabe an die Raumluft beträgt pro Person und Stunde etwa 30 bis 50 Gramm.
Für das Wohlbefinden und die Gesundheit der Bewohner und für den Erhalt der Bausubstanz muss gerade heute in relativ luftdichten Gebäuden ein ausreichender Luftwechsel gewährleistet sein. Hier ist dringend auf eine ausreichende Fensterlüftung zu achten. Durch das Frauenhofer Institut wurde die Luftwechselzahl untersucht und in der kommenden Tabelle aufgeführt:

Lüftungsart Luftwechselrate pro Stunde Dauer der Lüftung für einen Luftaustausch
geschl. Fenster und Türen 0,0 bis 0,5 mindestens 2 Std. (je dichter die Fenster, so geht der Wert gegen unendlich)
Fenster gekippt 0,5 bis 2,0 0,5 Std. bis 2 Std
halb geöffnetes Fenster 5 bis 10 6 bis 12 Min
völlig offenes Fenster 9 bis 15 4 bis 7 Min
Querlüftung 40 1,5 Min

Richtiges Fensterquerlüften:

  • Quer durch die Wohnung lüften
  • Auch bei Regen lüften: Kalte Außenluft ist trockener als die warme Zimmerluft
  • Je kühler die Zimmertemperatur um so öfter muss gelüftet werden
  • Je kälter es draußen ist, um so kürzer muss gelüftet werden
  • Die Fenster wenige Minuten ganz öffnen (Stoßlüften)
  • Bei dichten Isolierglasfenstern häufiger lüften

Richtiger Lüftungszeitpunkt:

  • Morgens kurzzeitig Durchzug machen
  • Vormittags und nachmittags die Zimmer lüften, in denen sich Personen aufhalten
  • Abends wieder kompletten Luftwechsel vornehmen
  • Bei Abwesenheit tagsüber reicht es morgens und abends zu lüften

Richtige Lüftungsdauer

Die nötige Lüftungszeit ist vom Unterschied von der Innen- zur Außentemperatur und dem Wind abhängig. Selbst bei Windstille und geringem Temperaturunterschied reichen in der Regel wenige Minuten Stoßlüftung aus. (Wenn Sie an entferntester Stelle am nassen Finger kühlen Luftzug verspüren, reichte die Zeit schon aus).
Bäder auf dem kürzesten Weg in Richtung nach draußen lüften.
Beim Kochen, Wäschetrocknung, Bügeln: Raum geschlossen halten und möglichst sofort oder öfters nach draußen ablüften.
Kalte Außenwand: Möbel (Schrankwand etc.) mit einigen Zentimetern Abstand zu Boden und Wand aufstellen (Umlüftung). An problematischen Außenwänden sollte im Winter die Oberflächentemperatur gemessen werden. Sie sollte nicht unter 15° C fallen.

Mechanische Lüftung

Eine Alternative zur Fensterlüftung stellt der Einbau einer mechanischen Lüftungsanlage dar, die entweder mit einem einfachen Abluftsystem oder sogar mit integrierter Wärmerückgewinnung den notwendigen Luftwechsel sicherstellt.

Mechanisches Abluftsystem

Aus Räumen mit hoher Luftfeuchtigkeit (Bad und Küche) wird die Luft mittels eines Ventilators durch ein Rohrnetz nach außen gesaugt. So entsteht in diesen Räumen ein Unterdruck. Über die Flure strömt aus den angrenzenden Wohnräumen (Wohn-, Schlaf- und Kinderzimmer) Luft nach. Dort sind mechanische Ventile in die Außenwände oder Fensterrahmen eingelassen, durch die bei Unterdruck die Frischluft einfließt.

  • sorgfältige Planung ist wichtig
  • das Rohrleitungsnetz sollte kurz und unverzweigt sein
  • Filter sind regelmäßig zu reinigen
  • der nachträgliche Einbau bei bestehenden Gebäuden ist möglich
  • Investitionskosten für ein Einfamilienhaus: ca. 2.500 - 4.000 €.

Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung (WRG)

Bei dezentralen Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung werden die Lüfter in jedem Raum betrieben. Die Luft die durch den Lüfter, der in der Außenwand nach außen strömt erwärmt einen Wärmetauscher, der die Wärme wieder an die eingebrachte Frischluft abgibt.
Bei zentralen Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung ist jeder einzelne Raum über ein Rohrleitungssystem an das zentrale Lüftungsgerät angeschlossen. Ein Wärmetauscher entzieht der Abluft Wärme, mit der die Zuluft vorgewärmt wird. Dadurch werden die Lüftungswärmeverluste nochmals verringert.

  • Der nachträgliche Einbau in ein Gebäude ist bei einem dezentralen System oft einfacher als bei einer zentralen Anlage.
  • Der Planungs- und Installationsaufwand ist jedoch wesentlich höher als bei der Abluftanlage ohne WRG. Deshalb liegen die Kosten für ein Einfamilienhaus bei 5.000 bis 10.000 €
  • zu beachten ist dabei eine hohe Rückwärmezahl, also die Ausbeute der Wärmerückgewinnung (Anlagen mit 90 % erhältlich).

Vorteile einer kontrollierten Wohnungslüftung

  • Kontrolle und Verringerung der Lüftungswärmeverluste
  • Sicherstellung eines dauerhaften, hygienischen Luftwechsels
  • Vorbeugung und Vermeidung von Feuchte- und Schimmelschäden
  • Reduzierung von Schadstoffkonzentration und allergenen Stoffen in der Raumluft
  • Komfortables und bedienerfreundliches Lüften möglich
  • Fenster können geschlossen bleiben, müssen aber nicht (volle Flexibilität bliebt erhalten).

Aus diesen Gründen sollte in einem Neubau zumindest immer eine mechanische Abluftanlage eingebaut werden. Bei der Sanierung eines Altbaus sollten über einen Einbau nachgedacht oder die Lüftungsgewohnheiten entsprechend angepasst werden.

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