Wichtige Fragen und Fakten rund um das Thema Heizungssanierung

Die anstehende Heizungsmodernisierung wirft viele Fragen aus. Wenn die Fragen durch die Fachhandwerker beantwortet werden, fallen jedoch weitere Begriffe, mit denen heutige Bauherren oder Sanierer oftmals überfordert sind. Im Folgenden sollen genau diese Fachbegriffe beziehungsweise Fragen beantwortet werden:

1. Wann ist der richtige Zeitpunkt für eine Heizungsmodernisierung?

Je nachdem, welche Heizung ausgetauscht werden soll, kann das Einsparpotenzial zwischen 20 bis 35 Prozent liegen. Sind alte Kessel oder frühe Modelle von Niedertemperaturkesseln im Einsatz, kann ein hohes Maß an Energie und damit Kosten eingespart werden, wenn diese durch eine moderne Brennwertheizung oder Alternativen ersetzt werden. Je älter das Vorgängermodell, desto schneller amortisiert sich die Investition. Bei der Erneuerung der Heizungsanlage sollte man jedoch nicht nur den eigentlichen Erzeuger, sondern das gesamte Verteilsystem im Blick haben. Auch hier gibt es Effizienzmaßnahmen, die es zu heben gilt (siehe hierfür „hydraulischer Abgleich“).

2. Werden beim Austausch durch eine Brennwertheizung neue Heizkörper benötigt?


Das ist nur in den seltensten Fällen nötig. Brennwertkessel arbeiten besonders sparsam mit geringen Vorlauftemperaturen (Vorlauf bezeichnet die Leitung, welche vom Erzeuger an die Heizkörper oder Fußbodenverteilungen geführt werden). Oftmals wurden bereits Sanierungen an den entsprechenden Gebäuden vorgenommen. Die vorhandenen Heizkörper sind daher oftmals zu groß dimensioniert und liefern trotz geringerer Vorlauftemperatur genug Wärme zum Beheizen der Räume. Dennoch sollte dies durch einen Fachberater bei einem Vor-Ort- Termin begutachtet werden.

3. Ist es vorteilhaft, die neue Heizung mit einer Solaranlage zu kombinieren?

Durch diese Kombination lassen sich in den meisten Fällen deutliche Vorteile erzielen. Das gilt insbesondere für Neubauten, zumal in dem Fall der Gesetzgeber die Nutzung erneuerbarer Energien auch vorschreibt. Wird ein Altbau modernisiert, sollte zumindest auf die Möglichkeit geachtet werden, die neue Heizung im Nachhinein mit einer Solarthermieanlage oder einer Wärmepumpe kombinieren zu können. Es ist jedoch auch anzumerken, dass gerade Solarthermieanlagen erst wirtschaftlich ab einer gewissen Personenanzahl im Gebäude darzustellen ist. Werden demnach die Investitionen nur aus wirtschaftlichem Interesse vorgenommen, so gilt es hier eine genaue Betrachtung des Ist- Zustandes des Gebäudes sowie des Haushaltes vorzunehmen.

4. Was ist unter einem raumluftunabhängigen Betrieb zu verstehen?

Bei Gasheizungen wird zwischen raumluftabhängigen und -unabhängigem Betrieb unterschieden. Zum Betrieb jeder Heizung ist Sauerstoff notwendig, die früher direkt der Raumluft entnommen wurde. Bei raumluftabhängigem Betrieb muss also immer für Frischluftzufuhr gesorgt werden. Das führte zu speziellen Vorschriften, die regeln, wie eine Heizung auf zuverlässige Weise mit Verbrennungsluft versorgt werden kann.

Bei einer raumluftunabhängigen Betriebsweise wird die Versorgung über eine eigene Leitung gewährleistet. So bestehen die Abgasleitungen bei einer Gas-Brennwertheizung beispielsweise aus einem Rohr-in-Rohr-System. Im inneren Rohr werden dabei die Abgase abgeleitet, während gleichzeitig durch das äußere Rohe frische Luft zugeführt wird. Der Vorteil bei raumluftunabhängigem Betrieb liegt darin, dass es keine speziellen Vorschriften an Anforderungen und Aufstellung der Gasbrennwertheizung zu beachten gilt. Darüber hinaus ist der raumluftunabhängige Betrieb durch konstante Parameter und die daraus resultierende optimale Verbrennung sparsamer.  

5. Was versteht man unter einem modulierenden Betrieb?

Unter der Leistungsmodulation ist zu verstehen, dass die neue Öl- oder Gasheizung sich automatisch dem aktuellen Bedarf des Gebäudes anpasst. Sinkt der Wärmebedarf des Gebäudes (dies ist vor allem im Sommer der Fall, wenn lediglich warmes Wasser benötigt wird), wird auch die Leistung der Heizung gedrosselt. Gas-Brennwertheizungen werden immer auf diese Weise betrieben. Ein großer Vorteil der Leistungsmodulation liegt darin, dass die neue Heizung nicht immer ein- und ausschaltet, in Fachkreisen spricht man vom Takten der Anlage, was wiederum ihre Lebensdauer erhöht.

6. Wie lassen sich mittels Brennwerttechnik Wirkungsgrade von mehr als 100 Prozent realisieren?

Eine Brennwertheizung macht sich, wie der Name schon sagt, den Brennwert eines Brennstoffes zunutze. Dieser liegt über dem Heizwert, wobei letzterer noch immer als Bezugsgröße verwendet wird. Der Brennwert wird durch die Rückgewinnung von Wärme aus dem Abgas (dies erfolgt durch Kondensation des Abgases) der „Nutzungsgrad“ des Brennstoffes erhöht. Niedertemperaturgeräte können sich diese Kondensationswärme nicht zu Eigen machen. Daher spricht man hier vom sog. Heizwert. Nutzt man demnach die Wärme des Abgases und reduziert somit die Verluste, können sich Wirkungsgrade von mehr als 100 Prozent ergeben.

7. Was geschieht mit dem anfallenden Kondensat einer Gas-Brennwertheizung?

Das Kondensat ist mit einem pH- Gehalt von etwa 4 zwar sauer, fällt aber nur in sehr geringen Mengen an. Deshalb kann es über eine ganz normale Abwasserleitung entsorgt werden. Dies gilt jedoch nur für Gasheizungen bis zu einer Leistung von 25 Kilowatt. Größere Heizkessel bringen besondere Vorschriften mit sich, die beispielsweise den Einbau einer Neutralisierungsanlage erforderlich machen.

8. Ist der Besuch durch einen Schornsteinfeger weiterhin notwendig?


Ja, aber deutlich seltener als zuvor. Der Schornsteinfeger schaut nur zweimal innerhalb von sechs Jahren vorbei, um die sogenannte Feuerstättenschau vorzunehmen. Eine Emissionsmessung nach Bundesimmissionsschutzverordnung (BImSchV) ist nicht nötig. Bei raumluftunabhängigen Geräten kommt er alle zwei Jahre für eine Sicherheitsüberprüfung. Ist die neue Gasheizung mit einer selbstkalibrierenden Regelung ausgestattet, ist der Besuch sogar nur alle drei Jahre nötig. Nur raumluftabhängige Heizungen werden nach wie vor einmal im Jahr überprüft.

9. Heizungscheck und hydraulischer Abgleich - worin liegen die Unterschiede?

Beim Heizungscheck handelt es sich um ein genormtes Verfahren, bei dem die gesamte Anlage überprüft wird. Analysiert werden sowohl Wärmeerzeuger als auch die Wärmeverteilung. So lassen sich Schwachstellen im System identifizieren und beheben.

Beim hydraulischen Abgleich werden sämtliche Komponenten der Heizung so aufeinander abgestimmt, das die benötigte Leistung mit dem kleinstmöglichen Aufwand erzielt wird. Das bringt zwar etwas höhere Kosten mit sich, diese amortisieren sich aber nach wenigen Jahren wieder. Zudem ist der hydraulische Abgleich in vielen Fällen Voraussetzung zur Beantragung von Fördermitteln. Er kann unabhängig von oder in Folge eines Heizungschecks durchgeführt.


10. Modernisierung trotz einwandfrei laufender Heizung?


Langfristig ist es günstiger und effizienter, auch einwandfrei funktionierende Heizungen auszutauschen. Das gilt natürlich vor allem für ältere Heizsysteme (eine durchschnittliche Nutzungsdauer von Heizungsanlagen liegt bei 25 Jahren), die weder Energie- noch kostensparend arbeiten.



zurück
 

Aktuelles

31.03.2017
Was hat Energie mit Umwelt-&Klimaschutz zu tun? Wie kommt der Strom in die Steckdose und warum sollte man Elektrogeräte nach dem Gebrauch immer ausschalten? Diese und noch viele andere Fragen wurden im Rahmen einer Projektwoche den Schüler*innen der Grundschule in Düppenweiler auf spielerische Weise nahe gebracht.>>> mehr
06.02.2017
Ab sofort können private Eigentümer wieder Zuschüsse für Maßnahmen zur Barrierereduzierung bei der KfW beantragen. Im Jahr 2016 war die Nachfrage in der Zuschussförderung so groß, dass bereits im Juli 2016 die Haushaltsmittel von über 49 Mio. Euro aufgebraucht waren. Für 2017 hat das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) die Fördermittel für Maßnahmen zur Barrierereduzierung auf 75 Mio. Euro und für Maßnahmen zum Einbruchschutz von 10 Mio. auf 50 Mio. Euro deutlich erhöht.>>> mehr
06.02.2017
Wie eine Umfrage der DENA bestätigt achten etwa 73% der Deutschen beim Autokauf auf das Energieeffizienzlabel. Auf Kühlschränken und Waschmaschinen hat sich das Label schon länger etabliert und auch bei Neuwagen ist es inzwischen auch ein Muss.>>> mehr