Baubehörde spricht mit: Das müssen Hauseigentümer beachten

Viele Bauherren, die neu bauen oder umbauen, stoßen oft das erste Mal auf die sogenannte „EnEV“. Die EnEV, also die  EnergieEinsparVerordnung, regelt die energetischen Anforderungen an Neubauten und Sanierungen von Gebäuden.

Die Kontrollinstanzen für die Umsetzung der EnEV sind die jeweiligen Bundesländer. Demnach gilt es die Anforderungen zu kenn und ordnungsgemäß umzusetzen. Aber was sind denn nun die einzuhaltenden Vorgaben?

Im Neubaubereich sprechen wir hier von Anforderungen an die Energieeffizienz des gesamten Gebäudes. Dies wird mit Hilfe des sog. Primärenergiebedarfs QP und dem Transmissionswärmeverlust HT´ beschrieben. Bei Sanierungen müssen oftmals direkt Anforderungen der zu sanierenden Bauteile eingehalten werden. Hier spricht man von sog. U- Werten.

Die Vorgaben lassen sich grundsätzlich in Anforderungen an Neubauten und Sanierungsmaßnahmen unterteilen. Im Folgenden sind die wichtigsten Änderungen bzw. Vorgaben nochmals einzeln aufgezählt.

Vorgaben für das Bauen

• Die Anforderungen an die Gesamtenergieeffizienz von Neubauten (Primärenergiebedarfs QP und dem Transmissionswärmeverlust HT´) wurden schrittweise um durchschnittlich 25 % des zulässigen Jahres-Primärenergiebedarfs und um durchschnittlich 20 % bei der Wärmedämmung der Gebäudehülle  angehoben

• Ab 2021 müssen nach europäischen Vorgaben alle Neubauten im  Niedrigstenergiegebäudestandard errichtet werden (Behördenneubauten bereits ab 2019). Die Vorgaben an die energetische Mindestqualität von Niedrigstenergiegebäuden werden rechtzeitig bis Ende 2016 (für Behördengebäude) bzw. Ende 2018 (für alle Neubauten) festgelegt.
Vorgaben für das Sanieren

• Bei der Sanierung bestehender Gebäude sind die Anforderungen bei der Modernisierung der Außenbauteile innerhalb der EnEV 2014 definiert. So müssen z.B. Außenwände nach der Sanierung einen U-Wert von max. 0,24 W/m²K aufweisen.

• Es besteht eine Austauschpflicht alter Heizkessel. Bereits Kessel älter als Bj. 1985 bzw. älter als 30 Jahre müssen ausgetauscht werden. Viel selbstgenutzte Ein- und Zweifamilienhäuser sind jedoch von dieser Pflicht ausgenommen, sofern kein Eigentümerwechsel nach dem 01. Februar 2002 stattfand. Im Fall eines Eigentümerwechsels ist die Pflicht innerhalb von zwei Jahren zu erfüllen.
Vorgaben für Energieausweise bei Verkauf oder Vermietung

• Bei dem Verkauf bzw. Verpachtung, Vermietung von Gebäuden müssen energetische Kennwerte in Immobilienanzeigen kenntlich gemacht werden. Diese Regelung betrifft aber nur neue Energieausweise für Wohngebäude, die nach dem Inkrafttreten der Neuregelung ausgestellt werden. Liegt für das zum Verkauf oder zur Vermietung stehende Wohngebäude ein gültiger Energieausweis nach bisherigem Recht vor, besteht keine Angabepflicht in Immobilienanzeigen.

• Energieausweise müssen nach dem in Kraft treten der EnEV 2014 bereits bei Besichtigung des Kauf- bzw. Mietobjekts vorgelegt werden. Darüber hinaus muss der Energieausweis nun auch an den Käufer oder neuen Mieter ausgehändigt werden. Bei Vermietungen reicht jedoch ein Duplikat des aktuellen Ausweises aus.

• Neben Gebäuden mit behördlicher Nutzung, müssen nun auch Gebäude mit starkem Publikumsverkehr eine Energieausweis öffentlich sichtbar aushängen. Davon betroffen sind größere Läden, Hotels, Kaufhäuser, Restaurants, Banken etc.

• Des Weiteren wird die Grenze der bestehenden Pflicht der öffentlichen Hand zum Aushang von Energieausweisen in behördlich genutzten Gebäuden mit starkem Publikumsverkehr auf kleinere Gebäude (> 50 m², bzw. ab Juli 2015 > 250 m² Nutzfläche mit starkem Publikumsverkehr) ausgeweitet.

 

Foto: lichtkunst.73/pixelio.de



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